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Ortsbeschreibung
Loulé ist die Hauptstadt des größten und finanzstärksten Bezirks der Algarve.
Im Landkreis Loulé leben etwa 52000 Menschen, in der Stadt selbst ca. 10000.
Als größte Stadt in einem landwirtschaftlichen geprägten Gebiet wird hier schon
seit 1291 täglich ein Markt abgehalten, der mittlerweile so bekannt ist, daß er eine
touristische Attraktion darstellt. Besonders an Samstagen, wenn nicht nur in
der "maurischen" Markthalle, sondern auch in den Straßen herum Obst
und Gemüse, Kräuter und Blumen, Kaninchen und Hühner angeboten werden, ist das
Gedränge groß.
Berühmt ist auch der Karneval, der zusammen mit dem Mandelblütenfest gefeiert wird. Bereits
1906 kamen Bürger auf die Idee, einen Karnevalsumzug zu organisieren, seit 1977 ist die Stadtverwaltung federführend. Von den mit Papierblumen geschmückten Wagen werden den Zuschauern Blumen zugeworfen, Sie können aber auch von Mehlbomben und Eiern getroffen werden (früher ging es so wild her, daß es sogar Verletzte gab). Ziehen Sie deshalb vorsichtshalber Ihren ältesten Mantel an, wenn Sie sich den Karnevalsumzug ansehen wollen.
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Hier werden an einem sonnigen Januartag (18 Grad) von Karnevalfans über- lebensgroße Figuren für den Karnevalsumzug vorbereitet |
Ein weiteres großes Fest wird am zweiten Sonntag nach Ostern zu Ehren der "Nossa Senhora da Piedade" ,der Ortsheiligen von Loulé, gefeiert. An diesem Tag tragen junge Männer die
Statue der Schutzheiligen in einer Prozession zu der auf einem Hügel gelegenen Kirche Nossa Senhora da
Piedade. Anschließend wird kräftig zu Ehren der Mae Soberana (so wird die Schutzheilige auch genannt) gefeiert.
Die Gegend um Loulé war schon in den Jahren 4000- 1500 v. Chr. besiedelt, später
kamen die Römer, vom 8. bis 13. Jahrhundert lebten die Mauren in diesem Gebiet.
Wie bei anderen Städten auch erfolgte 1249 die Eroberung durch die Christen.
Den verbliebenen Mauren wurde erlaubt, außerhalb der Stadtmauern zu leben (in
den sogenannten Mourarias). So konnte ihre Handwerkskunst wenigstens teilweise
erhalten bleiben. In der Stadt selbst gibt es keine Bauten aus maurischer Zeit
mehr, die "neomaurische" Markthalle wurde erst Anfang des 20. Jhdts gebaut. 1988 erhielt Loulé die
Stadtrechte.
Sie können Loulé über die EN 125 oder über die Autobahn ansteuern. Nach dem
Ortseingang folgen Sie der Beschilderung zum Palaçio da Justicia - dem Justizpalast, dort sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Sie müssen dann zwar zu den Sehenswürdigkeiten ein paar Schritte laufen, ersparen sich aber die "nervige" Suche in der Innenstadt.
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Avenida José da Costa Mealha |
Largo de Gago Coutinho |
Vom Parkplatz gehen Sie zurück auf die Avenida José da Costa Mealha, die zunächst noch alleeartig bis zum Largo de Gago Coutinho verläuft. Von diesem verkehrsreichen Platz aus sehen Sie links ein helles Gebäude mit maurischen Fenstern , rechts und links ragt je ein Turm hervor, dessen Dach an eine Moschee denken läßt. Dem äußeren Anschein zum Trotz handelt es sich nicht um eine Kirche, sondern um die berühmte Markthalle der Stadt. Gehen Sie hinein und lassen sich von der Fülle des Angebots beeindrucken.
Die Markthalle von Loulé im neomaurischem Stil |
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Nach dem Besuch gehen Sie nach links weiter auf der Praça da República am Rathaus vorbei (das klassizistische Gebäude direkt neben der Markthalle). Nach ein paar Schritten werden Sie auf dem Bürgersteig (rechts zur Straße hin) in Bronze gegossen den
Dichter Antonio Aleixo an einem Tisch sitzen sehen. Der Volksdichter (1899-1949) kehrte regelmäßig im anliegenden Cafe Calcinha ein. Beim Besuch dieses Cafes spüren Sie richtige Kaffeehausatmoshäre. Sie sitzen an Marmortischen, umgeben von alten Fotos an den Wänden, Lacksäulen und stilgerechter Holzverkleidung, Antonio Aleixo schaut von einem großen Foto auf Sie herab.
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Am Praça da República, im Hintergrund die Markthalle |
Kloster aus dem 17./18. Jhdt, jetzt ein städt.Kulturzentrum |
Um zum Kastell zu gelangen gehen Sie nun weiter auf der Praça da República . Die Häuserreihe wird unterbrochen durch eine große Freifläche mit einem zurückliegenden Gebäude. Hier stand früher ein Kloster aus dem 17./18. Jahrhundert, das kürzlich in ein städtisches Kulturzentrum umgewandelt wurde. Sie können das Gebäude frei betreten, der Kreuzgang ist noch gut erhalten. Die angeschlossene städtische Kunstgalerie wird für wechselnde Ausstellungen genutzt; so wurde vom 7.Januar bis zum 4.März 2000 die Ausstellung "Leonardo da Vinci, Die Dynamik des Wassers" gezeigt.
Verlassen Sie das Kloster wieder über den großen Vorplatz und gehen auf der Praça da República weiter bis zur nächsten Querstraße. Sie sehen links in einer schmalen Gasse bereits die Mauern der alten Burg.
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Ein alter Wachturm des Kastells |
Das Kastell ist vermutlich maurischen Ursprungs, von der vormals 940 Meter umfassenden Befestigungsmauer sind nur noch drei Türme, ein Geschützturm und ein breites, zinnenbewehrtes Mauerstück vorhanden. Sie können auf der Mauer herumspazieren und dabei einen herrlichen Blick auf die Umgebung bis zum Meer genießen.
Gehen Sie einfach durch die Glastür links neben dem Eingang zum Museu Municipal -dem städtischen Museum - und steigen Sie die steile Treppe hinauf; diese Treppe endet direkt auf der Mauer. (Eine Beschilderung ist nicht angebracht, man braucht schon etwas Mut um einfach "durchzumarschieren"). Beim Aufstieg kommen Sie an zwei Räumen vorbei, und zwar links der Treppe an dem Arquivo Histórico Munipical de Loulé - dem städtischen Archiv - zu sehen sind antiquarische Bücher und Schreibtische- und rechts an einer Küche mit alten Haushaltsgeräten und einer Maismühle. Beide Räume gehörten früher einmal zum Wohnsitz des Burgvogts (alcaidaria). Die Stadt ist stolz darauf, daß drei Könige hier Station machten, und zwar Dom Pedro I vom 9.-12.4. 1359, Dom Afonso V am 6.11.1458 und Dom Sebastião am 29.1.1573. EntsprechendeDokumente sind (in Kopie) im Archiv zu besichtigen. Das Stadtarchiv umfaßt Schriftstücke vom Beginn des 14.Jahrhunderts an.
Zu ebener Erde in der ehemaligen Residenz des Kommandanten ist das Museu Municipal -das städtische Museum - eingerichtet, in dem gut dargestellt archäologische Funde besichtigt werden können.
Der Eintritt ist frei, das Museum ist montags bis freitags von 9.00 bis 17.30 Uhr und samstags von 10-17.30 Uhr geöffnet.
Ein altes römisches Mauerfundament - spektakulär präsentiert unter dem Fußboden des Museums |
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Gleich angrenzend befindet sich die Touristeninformation. Bei unserem Besuch konnte von Information leider keine Rede sein, weder ein Stadtplan noch das Faltblatt der Tourismusbehörde waren vorhanden. Wir
wurden dann von der freundlichen Dame des Tourismusbüros in Querença "entschädigt".
( Achtung: im braunen deutschsprachige Stadtplan der Tourismusbehörde ist unter Ziffer 3 die Kapelle von Sao Lourenco angegeben, an diesem Punkt befindet sich jedoch die Igreja Matriz (Hauptkirche); im ausführlichen Prospekt über die Stadt Loulé müssen Sie darüberhinaus Ziffer 7
und 8 vertauschen -7=städtisches Museum, 8=Kloster ).
Jetzt machen Sie einen Spaziergang durch die Altstadt zur Igreja Matriz, der
Hauptkirche. Die in allen Reiseführern erwähnte Igreja Nossa Senhora da Conceição lassen Sie im wahrsten Sinne des Wortes links liegen ( das unscheinbare Portal der Kirche befindet sich neben dem Geschäft A Muralha, schräg gegenüber dem Eingang zum Kastell; die Kirche ist verschlossen, so daß Sie die vergoldeten Holzschnitzereien und die Azulejos im Innern nicht besichtigen können ). Wenn Sie das Kastell verlassen gehen Sie zunächst ein paar Schritte nach rechts und biegen dann in eine schmale Gasse nach links ein. Sie werden sofort merken, daß eine ganz andere Atmosphäre herrscht als auf der quirligen Praca da Republica. Die alten Häuser sind nicht so "herrschaftlich" ,
die Menschen ruhig und gelassen, die Straßen eng und verwinkelt. Wir müssen zugeben, daß wir die so oft beschriebenen Handwerksbetriebe (z.B. Sattler, Kupferschmiede) nicht finden konnten. Vielleicht gibt es sie nicht mehr - oder, was wir hoffen, sie existieren noch, verstecken sich aber ein bißchen.
Am Ende der Gasse biegen Sie nach rechts in dieRua Martim Farto ein und folgen dieser Straße bis zur Igreja Matriz de São Clemente. Die Kirche ist im 13.Jahrhundert
erbaut worden, wahrscheinlich auf den Fundamenten einer Moschee. Im 16. Und 18. Jahrhundert wurde sie mehrfach umgebaut. Das romanisch-gotische Eingangsportal ist noch im Original erhalten. Der Glockenturm, der sich mit seinem grauen Steinen deutlich abhebt, diente früher den Mauren als Minarett. Wie bei den
meisten Kirchen ist eine Besichtigung außerhalb der Messe nicht möglich. Die Kapitelle der drei Säulen im Innern der Kirche sind mit Blattwerk geschmückt - vermutlich eine Arbeit maurischer Handwerker. Drei Seitenkapellen sind erwähnenswert, alle errichtet im 16. Jahrhundert, nämlich die Kapelle Nossa
Senhora da Consolação mit einem Gewölbe im manuelinischen Stil, die Kapelle Sao Bras mit einer Statue des Heiligen aus dem 16. Jht. und die Kapelle der Seelen (Capela das Almas) mit hübschen Kacheln, wahrscheinlich spanischer Herkunft. In der Kirche befinden sich darüberhinaus mehrere Heiligenstatuen, alle angefertigt im 17.und 18.Jahrhundert.
Vor der Kirche gegenüber dem Haupteingang liegt ein kleiner wunderschöner Park. Die hohen Bäume wachsen mit ihren Kronen zu einem Schattendach zusammen. Am Ende des Parks
können Sie von einer Brüstung auf die Stadt herabblicken.
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Die Igreja Matriz mit dem markanten Glockenturm |
Die Igreja da Misericordia in der Avenida Marcal Pacheco |
Vom Park aus gehen Sie rechts an der Kirche vorbei, Sie werden dann wiederum rechts ein altes Stadttor sehen - das Portas do Ceu, durch das Sie die Altstadt verlassen. Hinter dem Tor biegen Sie links in die Rua Duarte Pacheco ein und gehen auf dieser weiter bis sie die vielbefahrene Avenida Marcal Pacheco kreuzt. In diese Avenida biegen Sie ein (nach links Richtung Innenstadt), Sie
sehen dann schon auf der rechten Straßenseite etwas höher gelegen und über eine Steintreppe erreichbar, die Igreja da Misericordia. Die Kirche ist in die Häuserreihe integriert, so daß man zunächst den Eindruck hat, es handele sich um ein Privathaus. Unübersehbar ist allerdings das manuelinische Portal mit seinen Steintauen. Ein paar Schritte weiter machen Sie einen kleinen Abstecher
nach rechts zum Largo Tenente Cabecadas. Blickfang dieses Platzes ist der gotische Torbogen des zerstörten Klosters Convento da Graca.
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Convento da Graca - - der gotische Torbogen des zerstörten Klosters ; ein begehrtes Fotomotiv für alle Touristen |
Nun geht es weiter auf der Avenida Marcal Pacheco. Am Largo Gago Coutinho können Sie sich entscheiden, ob Sie (nach rechts) zurück zum Parkplatz gehen oder geradeaus
weiter auf der großstädtischen Avenida 25 de Abril bis zum Denkmal für Duarte
Pacheco weitergehen. Das Denkmal steht auf einer Anhöhe in einem etwas ungepflegten Park am Ende der Straße. Duarte Pacheco (1899-1943) wurde in Loulé geboren. Er war unter Salazar Bauminister, seine Bauten sind auf einer Säule für die Nachwelt eingemeißelt. Wann das Denkmal errichtet wurde, konnten wir nicht in Erfahrung
bringen. Die Art und Weise der Darstellung erinnert stark an diese Salazar- Zeit (und ist deshalb geschichtlich interessant). Erst heute - 25 Jahre nach der Nelkenrevolution - wagt man wieder offiziell sich dieses berühmten Sohnes der Stadt zu erinnern.Von dieser Anhöhe haben Sie einen phantastischen Blick über die gesamte Stadt.
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Der Kuppelbau neben derWallfahrts- kirche Nossa Senhora da Piedade |
Das Denkmal für den Bauminister DuartePacheco |
Sie haben eine Sehenswürdigkeit von Loulé verpaßt, wenn sie nicht auch noch die 2km entfernte Wallfahrtskirche Nossa Senhora da Piedade besuchen. Fahren Sie auf der EN 270 Richtung Boliqueime. Hinter dem Ortsausgang sehen Sie links auf einer Anhöhe einen weißen Bau mit einer großen Kuppel (sieht aus wie ein Observatorium), daneben eine kleine Kapelle, die von dem Kuppelbau fast
"erschlagen" wird. Von weitem schon ist ein schmaler steiler Weg zur Anhöhe hinauf erkennbar. Achtung, dies ist nicht die Zufahrt, Sie müssen etwas weiter an der Kirche vorbei fahren und kommen dann zu einer großzügigen neuen Auffahrt. Die kleine Wallfahrtskapelle aus der Renaissancezeit wird
offensichtlich renoviert, sie war im Februra 2000 nicht zugänglich. Die Statue der Schutzheiligen Nossa Senhora da Piedade befindet sich in dem Kuppelbau, wo sie von den Gläubigen jederzeit aufgesucht werden kann. Vom Kirchenvorplatz können Sie Loulé und das Umland vom Meer bis in die Berge überblicken.
Auf Ihrem Weg zurück zum PKW, überlegen Sie sich, ob Sie sich noch fit sind für einen Ausflug zum ca.10 km entfernten Qerença und dem Quellengebiet Fonte Benémola..
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Hotels / Ferienanlagen
Hotel Loulé Jardim * * *
In der Altstadt von Loule gelegenes, zum Hotel umgebautes Herrenhaus mit Charme. Auf Komfort müssen Sie nicht verzichten, die Zimmer verfügen über Bad, Klimaanlage und TV, auch ein Pool ist vorhanden.
Tel. 289 413 094/5
Fax 289 463 177
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Links zu Loulé
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| http://www.cm-loule.pt/ |
offizielle Internetseite der Stadtverwaltung; war nicht schlecht; wird jetzt umgestaltet und soll in Kürze wieder geöffnet werden |
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www.algarve-reisen.com - Impressum - e-mail
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